Deutscher Basketball nach der Nowitzki-Ära

Nach einer glanzvollen 20-jährigen NBA-Karriere hat Dirk Nowitzki das Basketballfeld verlassen. Der 41-jährige ging im April in die Rente und verbringt seine Zeit nun mit seiner Familie. Vor kurzem hatte Dirk ein Video über seine sozialen Kanäle veröffentlicht und angekündigt, dass er sich Kobe Bryant und Yao Ming als offizieller Botschafter der FIBA ​​Basketball World Cup 2019 angeschlossen hat.

FIBA EuroBasket

Dirk führte Deutschland beim FIBA ​​EuroBasket 2005 auf den zweiten Platz – nach seinem Europameistertitel im Jahr 1993 der zweitbeste Platz in der Geschichte des Landes. Mit durchschnittlich 26,1 Punkten pro Spiel war er auch der MVP (most valuable player) des Turniers. Mit seiner offensiven Dominanz auf der europäischen Bühne war er 2001, 2005 und 2007 der erfolgreichste Torschütze bei den besten Basketballwettbewerben des alten Kontinents. Er wiederholte dieses Leistungsniveau auch in der Einzelwertung – am eindrucksvollsten mit 43 Punkten gegen Spanien im Jahr 2001. Es ist ein Rekord, den ein Einzelspieler im 21. Jahrhundert in einem EuroBasket-Wettbewerb erzielt hat.

Dirk hat bei den Olympischen Spielen 2008 für Deutschland sowohl im übertragenen als auch im wörtlichen Sinne Flagge geschlagen. Sein Status als Fahnenträger für Deutschland war eine starke und emotionale Erfahrung. Als erster deutscher Basketballspieler, dem diese Auszeichnung verliehen wurde, war dies auch ein Beleg für die Auswirkung, die Dirk auf den Status des Basketballs in seinem Heimatland hatte. Dirk hatte es in Deutschland sogar bis zu den Pekinger Spielen geschafft und im Durchschnitt 26,6 Punkte im olympischen Qualifikationsturnier gesammelt.

FIBA Basketball Weltmeisterschaft

Im Jahr 2002 führte Dirk mit einer Turnier-MVP-Leistung Deutschland auf den zweiten Platz. Es war das beste Ergebnis, das Deutschland je in diesem Wettbewerb erzielt hat. Dirk führte auch das Turnier 2006 in der Gesamtpunktzahl an. Vielleicht ist es das Beste, was er auf der Weltcup-Bühne erreicht hat, da seit 1994 nur drei Spieler mehr als 200 Punkte bei einer einzigen FIBA-Basketball-Weltmeisterschaft erzielt haben. Luis Scola und Kevin Durant haben dies beide im Jahr 2010 erreicht, während Dirk es sowohl bei den Turnieren von 2002 als auch von 2006 geschafft hat. Er ist damit der einzige Spieler, der dies zweimal getan hat. Die 47 Punkte, die Dirk 2006 gegen Angola erzielte, waren auch die meisten Punkte, die ein Einzelspieler im 21. Jahrhundert erzielte.

Nowitzkis Bedeutung für deutschen Basketball

Die internationale Karriere von Dirk ist aus individueller Sicht so beeindruckend, dass es schwer ist, mehr als eine Handvoll Rivalen zu finden. Dirk Nowitzki hat auf allen Ebenen des Basketballs seine Spuren hinterlassen. Nicht nur mit seinem Team und seinen individuellen Leistungen, sondern auch durch die Änderung einiger grundlegender Annahmen über seine Position und die Art und Weise, wie Elite-Basketball gespielt wird. „Er ist der globale deutsche Superstar“, sagt der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Alfons Hoermann. Für viele gilt er als eine Legende und außergewöhnliches Vorbild und er ist mit Sicherheit einer der besten deutschen Athleten überhaupt.

Nowitzki verdiente sich diesen außergewöhnlichen Ruf, indem er auf dem Boden blieb und hart für seinen Erfolg arbeitete, der durch den NBA-Titel 2011 hervorgehoben wurde. Trotz der hohen Arbeitsbelastung vertrat er bis 2015 auch Deutschland, unter anderem bei den Olympischen Spielen 2008. „Er hat Basketball verändert und es ist erstaunlich, was er für Basketball in Deutschland und auf der ganzen Welt geleistet hat.“, sagt Hoermann und erhofft sich, Nowitzki nach seiner aktiven Laufbahn für eine weitere Rolle im deutschen Sport zu gewinnen.